Diakonie – was ist das?
 
Diakonie ist  Dienst am Nächsten und gehört von Anfang an zum Leben und Wesen der Kirche dazu. Menschen in Not, in seelischer Bedrängnis und in sozial ungerechten Verhältnissen sollen Hilfe erfahren. Die Aufgabe der Diakonie ist es also, Menschen zu begleiten, 
zu beraten, 
zu pflegen, 
zu heilen, 
zu trösten, 
zu stärken, 
zu fördern und zur Selbsthilfe anzuleiten.

Diakonie – wer tut das?
„Die Kirche soll das tun und den Menschen helfen!“, sagen Sie vielleicht. Stimmt. Und die Kirche bemüht sich auch auf verschiedenen Ebenen um ihren diakonischen Auftrag:
im Kirchenkreis durch die Einrichtung des Diakonischen Werkes und ausgebildete Mitarbeiter,
in der Landeskirche auf vielfältige Weise, u.a. werden die evangelischen Kindergärten von der Diakonie mitfinanziert und vor Ort in der Kirchengemeinde z.B. durch Besuche bei Kranken und Einsamen, durch finanzielle Unterstützung einzelner Personen oder Familien in Notsituationen, durch Beratung und Begleitung in schwierigen Lebenssituationen u.v.m.
Aber nicht nur die Kirche! Jeder Christ hat die Aufgabe, sich um seine Nächsten zu sorgen und ihnen beizustehen, wo Hilfe gebraucht wird – und das geschieht ja auch ohne viele Worte in den Häusern und Nachbarschaften.

Diakonie – wer gibt das Geld?
Ca. 10% der Kirchensteuereinnahmen in der Landeskirche Hannover werden nur für die Diakonie und ihre verschiedenen Einrichtungen, Mitarbeiter und Aufgaben verwendet. Durch Ihre Kirchensteuer sorgen Sie also mit dafür, dass der Dienst am Nächsten im Großen und im Kleinen getan wird und jedem Hilfebedürftigen offen steht.
 
Und dann ist da 
noch der Klingelbeutel...
Jeden Sonntag wird in unseren Gottesdiensten mit dem Klingelbeutel durch die Reihen gegangen. Das hat nicht nur den Zweck, eingeschlafene Predigthörer wieder wach zu klingeln, sondern diese Spenden kommen ausschließlich dem Armenopfer der Kirchengemeinde zugute und werden für diakonische Aufgaben hier vor Ort verwandt. 
Sie haben davon noch nie gehört? Wahrscheinlich deshalb, weil solche Hilfe  - zum Schutz der Betroffenen – nicht öffentlich bekannt gemacht wird, sondern eher im Stillen geschieht.

Diakonie vor Ort:
In Uschlag , Benterode und Sichelnstein ist es mittlerweile eine feste Tradition geworden, dass Kirchenvorstand und Besuchsdienst in der Adventszeit eine Reihe besonderer Besuche starten: diejenigen Gemeindemitglieder, die nicht mehr am Ort – also in einem Seniorenheim wohnen –,  und solche, die seit längerem ans Haus gebunden und einsam sind, aufzusuchen und ihnen einen Gruß der Kirchengemeinde vorbeibringen, damit sie wissen, sie sind nicht vergessen, sondern gehören weiterhin dazu.
In diesem Jahr haben sich die Hauptkonfirmanden an den Besuchen beteiligt und Menschen und Situationen kennen gelernt, die für sie sonst nicht alltäglich sind.
 
Eine Konfirmandin berichtet darüber:
„Ich dachte eigentlich immer, Altersheime wären langweilig. Aber als ich mit Frau Watschke in der Weihnachtszeit ein solches Heim besuchte, stellte sich das ganz anders heraus. Große Zimmer, einen großen Gemeinschaftsraum, kurz gesagt: man konnte sich dort sehr wohlfühlen. 
Wir haben dort einen Mann besucht, der auch `mal in Uschlag gewohnt hatte, und haben ihm ein paar Geschenke von der Kirchengemeinde mitgebracht. Er hat sich sehr gefreut. Danach erzählte er uns, dass er dort auch arbeiten würde und sehr viel aus Holz bastelt. Wir gingen dann in sein Zimmer und schauten uns das alles an. Ich muss sagen, ich war sehr beeindruckt. 
Die Leute, die dort arbeiten, waren alle sehr nett. Sie erzählten uns, dass es manchmal richtig stressig sei, aber auch schön.“ 
gez. Franziska Schaefer, Uschlag
Schon Paulus schreibt
an die Gemeinde in Korinth, dass sie wöchentlich bei ihren Gottesdiensten etwas sammeln und zurücklegen sollten, damals als Unterstützung für die Urgemeinde in Jerusalem (1. Korintherbrief 16, 2). Solche Gabe versteht er als Danksagung an Gott für alle guten Gaben, die wir selbst haben (2. Korintherbrief 9, 6-15), und betont, dass die Gemeindeglieder untereinander zusammenhalten und füreinander sorgen müssen. Als Vergleich führt er die Glieder im Leib an: „Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied herrlich gehalten wird, so freuen sich alle Glieder mit! Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil.“  (1. Korintherbrief 12, 26 u. 27)

                     Pastorin Ulrike Watschke, Uschlag


Diakonisches Werk im Kirchenkreis Münden
Kirchenkreissozialarbeit
Die Kirchenkreissozialarbeit bietet im Kirchenkreis eine allgemein zugängliche fachkundige Hilfeleistung für in Not geratene Menschen. Dazu gehören nicht nur diejenigen, die an den äußersten Rändern der Gesellschaft stehen. Jede/r kann in die Lage kommen, Rat und Hilfe nötig zu haben.
Mit der Kirchenkreissozialarbeit bietet unsere Kirche Notleidenden und Ratsuchenden ein „niedrig-schwelliges“ Angebot und erreicht auch Menschen, die selbst eher distanziert der Kirche gegenüber stehen.
Die Kirchenkreissozialarbeit unterstützt die Kirchengemeinden in ihrem diakonischen Auftrag. Professionelle Mitarbeiterinnen leisten im Kirchenkreis Münden, was über die Möglichkeiten der einzelnen Gemeinden hinausgeht. Sie stärken und verbinden die diakonischen Aktivitäten im Kirchenkreis.
Die Mitarbeiterinnen der Kirchenkreissozialarbeit des Diakonischen Werkes Münden , die Sozialen Beratung und Kurenvermittlung leisten, sind Frau Barbara Jankowski , Sozialpädagogin, und Frau Edith von Behrens, Verwaltungsangestellte.

Unser Beratungsangebot umfasst:
· Beratung bei sozialrechtlichen Fragen und wirtschaftlichen Notlagen
· Psychosoziale Beratung
· Sozialberatung für Schwangere
· Vermittlung von Kuren für Mutter, Mutter und Kind, Vater und Kind, Familien und Senioren
· Kurenberatung und –nachsorge
· Familienerholung
· Angebote für Alleinerziehende
· Vorträge und Seminare

Zum besseren Verständnis eine Beispielsituation:
Frau C. kommt in die offene Sprechstunde. Sie hat drei Kinder. Frau C. weiß nicht mehr aus noch ein. Sie ist durch die Krankheiten der Kinder und durch deren Verhaltensauffälligkeiten völlig erschöpft. Ihr Mann, der seit zwei Jahren arbeitslos ist, lebt in einer anderen Beziehung. Nur manchmal möchte er die Kinder versorgen. Frau C. erwägt eine Trennung, ist sich aber unklar darüber, wie ihre wirtschaftliche Situation dann aussähe.
In diesem Fall können wir helfen mit:
- Beratungsgesprächen über Handlungsschritte und Klärung der Aussichten für rechtliche und finanzielle Ansprüche
- Vermittlung einer Mutter-Kind-Kur
- Vermittlung an andere Beratungsstellen (z.B. Erziehungsberatung, Ehe- und Lebensberatung)
- Hilfen zur Überbrückung der finanziellen Notsituation
- Kontakte zum Sozialamt und Jugendamt (sowie evtl. Begleitung dorthin)
- Einladung zum Besuch des Alleinerziehendentreffs „Singular“

Unsere Bürozeiten sind Montag – Donnerstag von 9.00 – 12.00 Uhr
Offene Sprechstunde ist    Montag von 16.15 – 18.00 Uhr  und   Donnerstag von 9.00 – 11.00 Uhr

Sie finden uns im Corvinushaus, Ziegelstraße 16, in Hann. Münden. Das liegt der Blasius-Kirche gegenüber neben dem Plus-Einkaufsmarkt. Telefonisch erreichen Sie uns unter
05541/ 98 19 15

Die Beratung ist kostenlos.
Wir unterliegen der Schweigepflicht.

Wer Hilfe oder Rat benötigt, kann die Mitarbeiterinnen zu den a angegebenen Bürozeiten erreichen und einen Termine vereinbaren oder in die offenen Sprechstunde kommen. Auf Wunsch besuchen wir unsere Klientinnen und Klienten auch zu Hause.
 
 

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