„Konfirmation“ bedeutet „Befestigung“. Gemeint ist hier die Befestigung im Glauben, dass unser Leben auf einer festen Grundlage stehen möge. Konfirmation ist mehr als nur eine Feier: sie ist ein Weg; sie ist ein Lernprozess. Als Volk Gottes sind wir Christen gemeinsam unterwegs auf dem Weg zu Gott. Da ist es wichtig, voneinander zu wissen, miteinander zu gehen und sich gegenseitig auch zu stützen. In diesem Zusammenhang ist das Fest der Konfirmation eine wichtige Station auf diesem Weg zu Gott!
In der Agende (Verbindliche Gottesdienstordnung) unserer Landeskirche zur Konfirmation heißt es:
- Alles Handeln der Kirche will Glauben wecken. Es will auch Glauben stärken und ist somit stets konfirmierendes Handeln. Das „konfirmierende Handeln“ der Kirche bezieht sich darum auf das ganze Leben der Christen. In der Konfirmandenarbeit und in der Konfirmation nimmt die christliche Gemeinde diesen Auftrag der Kirche in besonderer Weise an jungen Menschen wahr.
- Mit der Taufe von kleinen Kindern übernimmt die Kirche eine spezielle Verantwortung für die heranwachsenden Getauften.... Die Konfirmandenzeit ist nachgeholter Taufunterricht und gleichzeitig ist sie Einladung zur weiteren Teilnahme am Gemeindeleben über die Konfirmandenzeit hinaus.
- Konfirmandenarbeit und Konfirmation bilden eine Einheit. Die Konfirmandenzeit ist im Ganzen "Konfirmation" und der Gottesdienst am Ende ist ein gewisser festlicher Abschluss, in dem die Konfirmanden und Konfirmandinnen sich zu ihrem Christsein bekennen und unter der Fürbitte der Gemeinde gesegnet werden.
Der Konfirmandenunterricht findet parallel zur 7. und 8. Klasse statt. Der erste Kontakt zum Konfirmandenunterricht beginnt mit der Anmeldung zum Konfirmandenunterricht, während die Kinder noch die 6. Klasse besuchen.. Je nachdem, wie wann Ostern und davon abhängig die vorherige Konfirmation gewesen ist und die Sommerferien stattfinden, wird im Staufenberger Gemeindeblatt bzw. in der Niester Woche zur Anmeldung der neuen Konfirmanden meistens im Mai oder im Juni eingeladen. Zur Anmeldung sollten das Familienstammbuch mit der Geburts- und der Taufurkunde mitgebracht werden. Wenn ein Kind noch nicht getauft ist, wird die Taufe bis zur Konfirmation nachgeholt.
Der Unterrichtsbeginn ist in den Gemeinden unterschiedlich vor oder nach den Sommerferien. Am Anfang werden die neuen Vorkonfirmanden in einem Gottesdienst der Gemeinde vorgestellt. Die ersten Stunden dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Vertrautwerden mit Gesangbuch, Bibel und Gottesdienst. Der Konfirmandenunterricht findet in der Regel dienstags oder donnerstags statt.

In der Konfirmandenzeit möchten wir die Jungen und Mädchen mit dem kirchlichen Leben in unseren Gemeinden vertraut machen.. Wir möchten damit erreichen, dass das „Ja” der Konfirmandinnen und Konfirmanden bei ihrem feierlichen Konfirmationsgottesdienst in dem ernsthaften Versuch gründet, die „Sache mit Gott” wenigstens in Annäherung kennen gelernt und verstanden zu haben. Deshalb nehmen wir die Situation der Kinder ernst, die auf dem Weg zu Jugendlichen sind, und versuchen, Gesprächspartner für sie zu sein und mit ihnen Lösungen für ihre Fragen zu erörtern. Diese Gespräche sind uns manchmal so wichtig, dass der für die Stunde geplante Unterrichtsstoff dahinter zurücktreten kann.
Arbeitsmaterialien sind Bibel, Gesangbuch, das Kursbuch „Konfirmation“ und eigens erstellte Arbeitsblätter.
Der Konfirmandenunterricht wird teilweise auch gemeindeübergreifend erteilt. So werden die Lutterberger und Speeler Vorkonfirmanden von Pastorin Mertins und Pastor Meier-Mertins aus Landwehrhagen unterrichtet, weil Pastor Kramer eine halbe Pfarrstelle im Klinikpfarramt Münden wahrnehmen muss. Die Konfirmanden aus mehreren Staufenberger Kirchengemeinden fahren gemeinsam zu einer Konfirmandenfreizeit. Bisweilen finden auch gemeinsame Konfirmandentage für Konfirmanden aus mehreren Gemeinden statt.
Der Gottesdienstbesuch ist Teil des Konfirmandenunterrichts. Es wird erwartet, dass die Konfirmanden regelmäßig, mindestens zweimal monatlich am Gottesdienst ihrer Kirchengemeinde
teilnehmen. Wünschenswert ist auch die Begleitung ihrer Eltern zum Gottesdienst, denn es ist einfach kontraproduktiv, wenn Eltern ihre Kinder zum Gottesdienst schicken, aber selbst sich durch ein Fernbleiben vom Gottesdienst distanzieren.
In einzelnen Kirchengemeinden werden auch Kinder in Begleitung ihrer
Eltern, Großeltern oder Paten zum
Abendmahl eingeladen. Dabei erhalten die Jugendlichen entweder Traubensaft,
oder sie werden unter Handauflegen während der Austeilung des Weins
gesegnet.
Inhalte des Konfirmandenunterrichts sind biblische Geschichten aus dem
Alten und dem Neuen Testament, das Leben, die Botschaft und die Bedeutung
Jesu, die christliche Hoffnung, die Schöpfung und die menschliche
Verantwortung für die Schöpfung, die fünf
Hauptstücke des Kleinen Katechismus bzw. ihre Inhalte: die Zehn
Gebote, der Glaube, das Vaterunser, die Taufe und das Abendmahl.
In einzelnen Gemeinden findet auch Konfirmandenwochenenden statt. Etwa zwei bis drei Monate vor der Konfirmation fahren die Jugendlichen auf eine Konfirmandenfreizeit, auf der ein bestimmtes Thema behandelt wird. Sie dient auch der Vorbereitung auf den Vorstellungsgottesdienst.
Im Vorstellungsgottesdienst stellen die Konfirmanden der Gemeinde vor, was sie gelernt und womit sie sich im Konfirmandenunterricht beschäftigt haben. Der Vorstellungsgottesdienst ist in der Regel zwei bis vier Wochen vor der Konfirmation.
Der Konfirmationsgottesdienst ist in den einzelnen Kirchengemeinden
auf einen bestimmten Sonntag nach Ostern festgelegt. In einzelnen Gemeinden
wird am Abend zuvor ein Gottesdienst mit Beichte und Abendmahl gehalten;
in anderen Gemeinden sind Beichte und
Abendmahl Teil des Konfirmationsgottesdienstes. In Escherode und Nieste
entscheiden die Eltern, ob ein Vorabendgottesdienst mit Beichte und Abendmahl
stattfindet oder ob Beichte und Abendmahl im Konfirmationsgottesdienst
integriert sind.
Zur Konfirmation gehört das Bekenntnis der Konfirmanden zum christlichen Glauben und die eigene Bejahung der Taufe. In einzelnen Kirchengemeinden wird das Versprechen der Konfirmanden gegeben, auch in Zukunft zur christlichen Gemeinde zu stehen.
Die Konfirmanden werden bei ihrem Einzug in den Konfirmationsgottesdienst von den Kirchenvorstehern begleitet. Damit soll deutlich gemacht werden: „Ihr gehört von nun zu uns!“. Nach der Predigt erfolgt die Konfirmationshandlung. Die Konfirmanden werden noch einmal extra von der Pastorin, dem Pastor oder einem Kirchenvorsteher angesprochen, sie werden nach ihrem Einverständnis zur eigenen Taufe und ihrem Willen zum christlichen Glauben gefragt, sie bekennen gemeinsam ihren Glauben, ihre Eltern und Paten werden um weitere Lebensbegleitung gebeten, das Konfirmationsgebet wird gesprochen und es erfolgt die Einsegnung der Konfirmanden. Dabei wird ihnen der Konfirmationsspruch zugesprochen, und sie werden unter Handauflegen gesegnet. Zuletzt wird ihnen die Konfirmationsurkunde und in einigen Gemeinden auch eine Konfirmationskerze überreicht.
In einzelnen Gemeinden ist es üblich, dass die Konfirmandeneltern vor der Konfirmation eine Girlande für die Kirchentür binden und die Kirche schmücken. Üblich ist auch ein Konfirmandenfoto mit allen Konfirmanden. Meistens wird beim letzten Elternabend entschieden, wann das Foto gemacht werden soll.
Wünschenswert ist es, wenn die Konfirmation der Beginn einer lebendigen Kirchengliedschaft ist, dass das religionsmündige Gemeindeglied seinen Beitrag zum Gemeindeleben leistet und auch tatkräftig mitwirkt.