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Frau Monika
Steinkrauß-Kruhm (Dipl. Sozialarbeiterin / Sozialtherapeutin VT) berichtet über Ihre Arbeit in der Behandlungsstelle für Suchtkrankranke, Suchtgefährdete, Drogenabhängige und Angehörige in Hann. Münden. |
Sie haben übermächtige Angst ins Leere zu fallen, wenn es ihnen genommen wird. Bedenkt man, wie lange bereits das süchtige Verhalten oft die einzige Reaktion auf die verschiedenen Stimmungen und Erlebnisse und Bedürfnisse ist, wird diese Angst begreiflich. Erst wenn die Betreffenden unter den Folgen der Abhängigkeit mehr leiden, als sie ihnen andererseits noch Lustgewinn oder Trost verschafft, finden sie den Willen zur Veränderung und holen sich Unterstützung und Hilfe. Dieser Schritt ist ein ganz wesentlicher.
Mit jemandem über das Suchtproblem und andere belastende Schwierigkeiten offen zu sprechen, ist für viele sehr erleichternd. Jetzt fängt die Motivationsphase an, wobei es längere Zeit braucht, bis Vertrauen aufgebaut und die innere Entscheidung gegen das Suchtmittel vorbereitet wird. Sie ist die Einleitung für eine ambulante oder stationäre Therapie. In Hann. Münden bieten wir eine ambulante Therapiegruppe für Alkohol- und Medikamentenabhängige an. An der Gruppe nehmen Frauen und Männer teil, die noch nicht so tief in der Abhängigkeit drinstecken, die mittelfristig in der Lage sind, abstinent zu leben, wo der Arbeitsplatz durch Alkohol noch nicht verloren gegangen ist und die Familie noch einen gewissen Rückhalt bietet.
Das Neugelernte in
der Gruppe kann so direkt im Alltag umgesetzt werden. Der Zeitraum der
Behandlung ist länger als in einer Fachklinik. Dafür bleiben
die Teilnehmer(innen) innerhalb des familiären und beruflichen Zusammenhangs.
Die Rehabilitation wird fachärztlich begleitet und teilweise von den
Versicherungsträgern mitfinanziert.
Ich arbeite gern mit suchtmittelabhängigen Menschen zusammen, denn diejenigen die sich ganz bewußt für ein suchtmittelfreies Leben entscheiden, versuchen sich selbst, die eigene Geschichte besser zu verstehen und verantwortungsvoller und bewusster mit der eigenen Person umzugehen.
Das geht oft durch tiefe Verzweiflung, aber auch hoffnungsfrohe Erkenntnisse
und Erfahrungen können das Leben wieder lebenswerter machen. Die Menschen
dabei zu begleiten, ist für mich eine bereichernde Aufgabe.
Monika Steinkrauß-Kruhm
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Ziegelstraße 16, 34346 Hann. Münden, ( 05541 / 981920 Bürozeiten: Montag – Freitag 9:00 – 12.00 Uhr Mittwoch 9:00 – 14:00 Uhr - Auf Wunsch ist die Beratung anonym - Vertraulichkeit wird gewahrt - Wir stehen unter Schweigepflicht - Wer kommt sollte es freiwillig tun |
für Sucht- krankenhilfe e.V. Ein Betroffener schildert seine Erfahrung, um anderen den Schritt zu einer Selbsthilfegruppe oder der Suchtberatung zu erleichtern. |
Kontakt: Kattenbühl 12 (ASB-Haus 1.Stock),
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Der Anfang vom Ende
Bei einer Alkoholkontrolle wurde mir mein Führerschein
entzogen und damit kam der Stein ins rollen.
Ich allein habe gewusst, dass ich alkoholabhängig bin.
Ich trank morgens schon meinen ersten Schnaps aus der Flasche, um meinen
Spiegel wieder herzustellen. Dann ging es mir wieder gut und ich brauchte
nicht mehr zu zittern. Das ging nun schon 5 Jahre so und ich habe mit allen
Tricks versucht, meine Sucht zu verbergen. Ich trank immer heimlich, denn
ich brauchte meinen Alkohol wie andere Luft zu Atmen.
Nun aber nach fast 1 Jahr habe ich meinen Führerschein
neu beantragt und bekam die Auflage, eine medizinische, psychologische
Untersuchung zu machen. Kurzum: Ich wurde durch meine hohen Leberwerte
nicht für geeignet befunden, wieder am Straßenverkehr teilzunehmen.
Jetzt wurde die Sache ernst. Aufhören zu Trinken, aber
wie? Es sollte doch keiner wissen, dass ich trinke. Nach längeren
Überlegungen kam ich zu dem Entschluss: „Ich schaffe das allein.“
Aufhören wollte ich schon vor längerer Zeit, als ich meinen Führerschein
noch hatte. Eines Tages habe ich einfach aufgehört Alkohol zu trinken.
Ich hatte auch keinen Vorrat an Alkohol mehr im Hause. Nach 1 Woche war
ich von meinem Horrortrip wieder auf festen Boden gelandet. Nach den Erlebnissen
sagte ich mir: „Bloß nicht noch einmal, ich trinke nie wieder Alkohol!“
Aber es kam, wie es kommen musste, nach 9 Wochen trank ich
wieder. Ich hörte nach 1 Woche wieder auf, fing nach 3 Wochen wieder
an und so ging es bis 6 Wochen vor meinen neuen M.P.U-Termin. Ich fiel
durch: schlechte Leberwerte, Zittern, Zunge belegt, glasige Augen, obwohl
ich 6 Wochen nichts getrunken hatte. Nun merkte ich so langsam, dass ich
aus meinem Schneckenhäuschen heraus musste, dass ich es alleine nicht
schaffen würde, obwohl ich den festen Willen dazu hatte.
Ich fasste meinen ganzen Mut zusammen und besuchte eine Beratungsstelle.
Nach einigen Therapiestunden sah ich dann ein, dass eine Entgiftung im
Krankenhaus für mich doch auch eine Unterstützung sein würde.
Ich ging 19 Tage ins Krankenhaus zur Entgiftung. Mit Erfolg: „Warum, wurde
mir erst später bewusst. Durch diese Unterbrechung in meinem bisherigen
Alltag habe ich in der Klinik viel Zeit gehabt, über meine Trinkerei
nachzudenken. Diese Zeit hat mir viel Einsicht und Ruhe gegeben. Soweit
muss es ja nicht kommen. Ich habe noch einmal Glück gehabt, denn es
wäre bald zu spät gewesen. Um es kurz zu machen. Es war eine
sehr schlimme Zeit. Ich empfehle keinen, es so zu machen wie ich. Es hätte
alles viel leichter und einfacher sein können, hätte ich nur
den Mut und die Einsicht gehabt, mir helfen zu lassen. Das allerwichtigste
ist, dass wirkliche Wollen. Mach es bald und lass dir helfen.