So fragte schon Martin Luther in seinem „Kleinen Katechismus“.
Und nannte dann drei Dinge, die bei der Taufe zusammen wirken: das Wasser,
Gottes Wort und der Glaube, der diesem Wort traut.
Beginnen wir mit dem Wasser.
Wasser ist Leben, und ohne Wasser kann kein Lebewesen sein. Wasser reinigt und erfrischt. So symbolisiert das Wasser der Taufe Gottes Willen für uns: wir sollen leben mit Leib und Seele. Für beides sorgt Gott. Darauf haben wir sein Wort.
Das Wort, das bei jeder Taufe erinnert wird, umfasst den Auftrag zur Taufe und das damit verbundene Versprechen, wie es im Matthäus-Evangelium im 28. Kapitel aufgeschrieben ist:
Christus spricht: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie zu halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch bis an der Welt Ende.“
Im so genannten Taufbefehl kommt die Frage, wer Macht über
uns haben soll, ins Spiel. Wem vertrauen wir? Und wem vertrauen wir uns
selbst und unsere Kinder an? So stellt sich die Frage nach unserem
.
Glauben. Als Christen beantworten wir diese
Fragen so: Gott, der Schöpfer allen Lebens, der in Jesus Christus
menschliche Gestalt angenommen hat und durch den Heiligen Geist uns mit
sich und miteinander verbindet, soll unser Herr sein. Nicht „das Schicksal“,
nicht „das Böse“, nicht „der Zufall“ und nicht der eigene Wille.
Wir stimmen den Worten des Evangeliums zu, indem wir wie viele
Generationen vor uns als Gemeinde mit den Paten und den Eltern des Täuflings
das Glaubensbekenntnis sprechen. So kommt zu dem Wasser und dem Wort Gottes
der Glaube, der diesem Wort und dem der es sagt, traut.
Das Wasser der Taufe trocknet wieder, aber das von Gott gegebene
Versprechen bleibt: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt
Ende.“ Die Verbindung zu uns schafft Jesus durch sein Wort und seinen Geist.
Dieser Geist Gottes soll uns helfen, ein neuer Mensch zu werden, wie man
eben „wie neugeboren“ aus einem erfrischenden Bad steigt.
Ein Mensch, der aus der Vergebung lebt, die Gott schenkt, und der deshalb anderen vergeben kann. Ein Mensch, der sich von Gott geliebt weiß und deshalb lieben kann ohne zu fragen: „Was habe ich davon?“. Ein Mensch, der mit einer Hoffnung lebt und es deshalb auch mit scheinbar hoffnungslosen und heillosen Zuständen aufnimmt und sie zu verändern sucht.
Leben aus der Taufe bedeutet, sich täglich neu um ein Leben in Liebe zu Gott und dem Nächsten zu bemühen.
So etwas ereignet sich nicht ein für allemal. Seit der frühen Christenheit ist man sich darüber klar, „dass der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden“, wie es in Luthers Katechismus heißt. Wir werden nicht „auf einen Schlag gut“ und damit ganz anders als andere Menschen. Leben aus der Taufe bedeutet, sich täglich neu um ein Leben in Liebe zu Gott und dem Nächsten zu bemühen.
Deshalb ist es gut, dass wir nicht alleine stehen. Taufe bedeutete von Anfang an Aufnahme in die Gemeinde und die weltweite Gemeinschaft derer, die sich auf den Namen des dreieinigen Gottes taufen ließen. Alle, die dazu gehören, sind „Glieder des Leibes Christi“. Die christliche Gemeinde soll in der Nachfolge Jesu leben, das heißt, ihre Mitglieder sollen versuchen, miteinander und mit anderen so umzugehen, wie es Jesus gezeigt hat. Um das zu lernen, werden dem Täufling Paten zur Seite gestellt. Wer sich als Erwachsener oder im Anschluss an den Konfirmandenunterricht taufen lässt, benötigt keine Paten, denn im Tauf- oder Konfirmandenunterricht lernt man ja selbst den christlichen Glauben kennen und entscheidet sich bewusst dafür. Bei einem kleinen Kind sollen die Paten stellvertretend für die Gemeinde das Kind auf seinem Weg hin zum Glauben begleiten. Das versprechen sie bei der Taufe vor Gott und der Gemeinde. Daher können nur diejenigen Paten sein, die auch selbst einer christlichen Gemeinde angehören.