Die Kirche zu Benterode

Geschichte und Architektur

Schon im Jahr e 1019 soll sich in Benterode eine Kirche mit einem selbständigen Prediger befunden haben., die zur „Dechanei Dietmelle) (heute Kirchditmold/Kassel) gehörte.
Die heutige Kirche wurde 1787 gemeinschaftlich von Benterode und Sichelnstein gebaut.
Sie ist im gotischen Stil als rechteckige Saalkirche aus Bruchsteinen mit Eckquadern aus Sandstein und Basalt errichtet.
Die Steine der Burgruine Sichelnstein dienten dabei als Baumaterial.
Das Bauholz für das Kirchendach und den Kirchturm stellte eine Northeimer Bauholzfirma.
Es wurde von den Bauern des Dorfes mit Pferdefuhrwerken aus Northeim geholt.

Zahlreiche Renovierungsar beiten waren seit damals erforderlich.
Der gesamte Innenraum der Kirche wurde 1982-84 renoviert. Auch der Kirchturm wurde 1983 saniert und die Spitze gereinigt.
Der „Wetterhahn" wird durch einen Fisch, dem symbolischen Zeichen für das Christentum, dargestellt.
Die Turmuhr wurde im Jahre 1804 von der Gemeinde angeschafft. Im September 1985 erhielt sie ein neues Ziffernblatt mit goldenen Ziffern und Zeigern.
 

Der Altar

Der Altar ist ganz aus Holz gefertigt. Das Zentrum bildet die Kanzel. Das Altargemälde unterhalb der Kanzel stammt von Rudolf Siegmund (1881 – 1973) und stellt die Grablegung Jesu dar.
 
 
 

Links vom Altar steht das Taufbecken.
Aus Sandstein gehauen und mit vielen Ornamenten verziert, ist es ein Schmuckstück für die Kirche. Generationen von Kindern sind über ihm getauft worden.

 
 

Die Orgel

Die Orgel ist ein Geschenk der 1791 in Benterode verstorbenen Orthia Stöbener. Sie hatte der Kirche Ländereien vermacht unter der Bedingung, das für den Erlös aus dem Verkauf eine Orgel angeschafft werden sollte.
Der Orgelbauer Stephan Heer en aus Gottsbühren in Hessen hat sie im Jahre 1797 für 430 Thaler gebaut.

Unter den Kirchenmusiker n gilt sie als wahres Kleinod.
In früheren Jahren wurde der Blasebalg noch mit Muskelkraft bedient, damit man die Orgel spielen konnte.
Diese Aufgabe kam den Konfirmanden zu. Wenn diese nicht kräftig und gleichmäßig den Blasebalg bearbeiteten, erklangen manch schlaffe, schiefe Töne in der Kirche. Unsere Eltern und Großeltern können sich bestimmt noch daran er innern. Heute wird der Blasebalg elektronisch in Gang gesetzt.
Im Jahre 1993 wurde die Orgel von der Firma Bosch in Niestetal für 185.000 DM komplett restaurier t.
 
 

Die Glocken

Die älteste der drei Kirchenglocken stammt aus dem Jahre 1634. Sie ist älter als die Kirche. Auf „b" gestimmt trägt sie die Inschrift: ..Gottfried Köhler zu Kassel goss mich, nach Benterode gehöre ich. Anno 1634".

Eine zweite Glocke aus Stahl wurde 1786 anlässlich des Kirchenbaus gegossen. Sie musste 1897 durch eine neue er setzt werden, da sie durch einen Sprung unbrauchbar geworden war.
Jedoch hing auch diese Glocke nur bis 1915. Dann wurde sie zu Kriegszwecken eingeschmolzen.

Erst 1925 wurde eine Gussstahlglocke als Ersatz für die eingeschmolzene in den Glockenturm gehängt. Doch auch diese hatte in den 70er Jahren einen immer größer werdenden Riss. Sie wurde 1977 gegen eine neue ausgetauscht und steht heute auf dem Fr iedhof.

Eine dritte Glocke wurde 1989 angeschafft. Eine Firma in Heilbronn hat sie in der Tonlage „c 5/16 - Halbton" gegossen. Sie wiegt 267 kg und ist die kleinste des dreistimmigen Geläuts.

Als Taufglocke gedacht ist auf ihr zu lesen: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht."
 

Entdeckungsreise
An und in der Kirche gibt es einiges zu entdecken.

Auf dem Glockenstuhljochbalken ( der ..Wolf" genannt) hat der Zimmermeister Saltzmann aus Obernjesa am 19. Oktober 1787 folgende Inschrift angebracht:
„Gottes Allmacht sei hochgepriesen, die er uns bei dem Bau hat erwiesen. Dass er keinen lassen stürzen, das danken wir dem höchsten Schützer durch Gottes Güte und seine Macht. Nun, Gottlob, es ist vollbracht: die Kirche haben wir aufgeschlagen den 11. September, den Gockensstuhl und die Glocken - den 19 Oktober 1787.-"

Außen, an der Ostseite der Kirche, sind die Einwohner, die an dem Zustandekommen des Kirchenbaus beteiligt waren, auf zwei großen flachen Sandssteinen verewigt.

So ist auf der linken Tafel zu lesen:
„Diese Kirche ist im Jahre1787 unter dem Kommissaiat des Herrn Superintendenten Wekenessel und des Herrn Oberhauptmann von Hanstein, dem Herrn Pastor Rathorn von Johannes Schacht erbaut!“

Was auf der rechten Tafel steht, welche Namen über der Eingangstür stehen und ob es noch andere, in Stein gehauene Namen gibt können Sie/ kannst Du auf einer kleinen Entdeckungsreise selbst herausfinden.

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